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Falke - Helen Macdonald

Falke von Helen Macdonald ist ein Buch über die Kulturgeschichte der Falken, in dem sie auf die Jahrhunderte andauernde Beziehung zwischen Mensch und Falke eingeht. Das Buch ist 2017 im C.H. Beck Verlag erschienen und hat knapp 230 Seiten.


Helen Macdonald ist eine britische Autorin und Historikerin. Sie schreibt für das New York Times Magazin. Ihr Buch H wie Habicht wurde zum Weltbestseller und sie bekam mehrere Preise dafür verliehen. Mittlerweile hat sie mehrere Bücher über Vögel veröffentlicht.


Das Buch besteht aus sechs Kapiteln. Zuerst beschreibt Macdonald physiologische und biologische Eigenschaften von Falken und stellt die verschiedenen Arten vor. Im Kapitel „Mythische Falken“ geht sie auf die Repräsentation der Vögel in Fabeln, Gottesbildern und Grabbeigaben, in denen die Falken vor allem in altertümlichen Kulturen oft verwendet wurden. Ein Kapitel zur Falknerei beschreibt die Beginne des Zusammenspiels zwischen Mensch und Falke bei der Beizjagd, ihr sich verändernder Stellenwert und die lange Tradition der Falknerei. Im Kapitel „Bedrohte Falken“ wird gezeigt, wie das sich veränderte Verständnis vom Falken als Symbol von Macht zum Konkurrenten um Jagdbestände, die für gesellschaftliche Events vorgesehen waren, entwickelt hat. Außerdem geht Macdonald darauf ein, wie de Verwendung beispielsweise von DDT im 20. Jahrhundert selbst global vorkommende Arten wie Wanderfalken an den Rande des Aussterbens gebracht haben. Das Kapitel „Militärische Falken“ ist ein echtes Highlight und geht auf die Vielfältige Verwendung von Falken in Kriegen ein. Wer erfahren möchte, welche Rolle Falken im Zweiten Weltkrieg spielten, wird hier fündig werden. Im abschließenden Kapitel „urbane Falken“ werden Falken vorgestellt, die es wegen ihres Verhaltens zu großer medialer Aufmerksamkeit gebracht haben. Menschen gehen davon aus, sie seien die einzigen Bewohner des urbanen Lebensraums, lassen aber außer Acht, dass auch Tiere sich an die durch die durch steigende Populationszahlen der Menschen und das immer weitere Zurückdrängen des natürlichen Lebensraums veränderte Lebenswelt anpassen und in Städten heimisch werden.


Mir hat Macdonalds Schreibstil schon in H wie Habicht sehr gut gefallen und auch in diesem Buch ging es mir so. Sie versteht es gut, die unterschiedlichsten Aspekte miteinander zu verknüpfen und daraus ein spannendes und schlüssiges Gesamtbild zu erstellen. Außerdem schreibt sie immer mit der Herangehensweise einer Historikerin, die langfristige Entwicklungen beobachtet und diese einordnet. So fallen ihr gesellschaftliche Schwierigkeiten im Umgang mit der Natur auf, die anderen Autoren verschlossen bleiben.


Einige haben bestimmt schon von Helen Macdonald gehört oder sogar schon etwas gelesen. Ihre liebevollen Beschreibungen der Vögel und ihr umfangreiches kulturgeschichtliches Wissen sind immer wieder sehr angenehm zu lesen. In Falke schreibt sie viel weniger persönlich, als das in H wie Habicht der Fall ist. Das macht das Buch zu einem interessanten Sachbuch, das vor allem Falkner oder Greifvogelfans begeistern wird.


Hier findest du nochmal den Link zum Buch.

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