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Das Ende der Evolution - Matthias Glaubrecht

Das Ende der Evolution von Matthias Glaubrecht beschäftigt sich mit dem menschgemachten Artensterben auf unserem Planeten und geht dabei auf Ursachen, Einflüsse und Zukunftsprognosen ein. Das Buch ist 2019 im Bertelsmann Verlag erschienen und hat ca. 1000 Seiten.


Matthias Glaubrecht ist Evolutionsbiologe und Professor für Biodiversität an der Universität Hamburg. Er schreibt für Zeitschriften, ist an TV-Produktionen beteiligt und hat mehrere Sachbücher veröffentlicht.


Das Ende der Evolution steigt mit einem langen Prolog ein, der sich anhand der Raumfahrt, der größten wissenschaftlichen Errungenschaft der Menschheit, dem Problem der Artenkrise nähert. Im ersten Teil des Buches beschäftigt sich Glaubrecht mit der Menschheitsgeschichte, er stellt verschiedene Evolutionstheorien dar und wie diese Entwicklung unter Einfluss von Umwelteinflüssen stattfand. Hierbei geht er auch explizit auf die Lücken ein, die die Wissenschaft bei der Erklärung der Evolution noch hat. Im zweiten Teil wird das Bevölkerungswachstum genauer unter die Lupe genommen. Mit vielen Zahlen, Statistiken und Prognosen werden die Probleme, die mit der großen Weltbevölkerung einhergehen, beschrieben. Der dritte Teil behandelt den Artenschwund, erklärt was Biodiversität ist und erklärt sehr genau das Aussterben von großen Säugetieren, Vögeln, Fischen und Insekten in gesonderten Kapiteln. Im vierten Teil stellt Glaubrecht die Einflüsse des Menschen im Anthropozän, dem Menschenzeitalter, vor und geht auf die unterschiedlichsten Weisen ein, wie der Mensch diesen Planeten verändert. Im fünften und letzten Teil stellt Glaubrecht eine Zukunftsprognose auf und erklärt, wie die Zukunft seiner Meinung nach aussehen wird.


Glaubrecht leitet die Kapitel immer mit der Vorstellung exemplarischer Orte, bspw. Singapur oder Bangkok, auf dieser Welt ein, die einen bestimmten Sachverhalt besonders gut verdeutlichen. Über alle Teile des Buches hinweg arbeitet er mit sehr vielen Beispielen und geht auf alle Aspekte und Umstände des jeweiligen Sachverhalts ein. Das macht es oft zäh, die Kapitel zu lesen. An manchen stellen wirkt es redundant, an anderen Stellen fühlt man sich von der Informationsflut erschlagen.


Glaubrecht macht mit diesem Buch auf eine Krise aufmerksam, die meistens von der Klimakrise überdeckt wird, aber in Wahrheit um einiges dramatischere Folgen für den gesamten Planeten und für die Menschheit haben wird. Es macht eigentlich überhaupt keinen Spaß, dieses Buch zu lesen: Es ist zäh, langwierig und hat entsetzliche Inhalte. Trotzdem halte ich es für eine Pflicht, dass sich jeder naturinteressierte Leser mit diesen Themen auseinandersetzt und daher um dieses Buch nicht drum herum kommt.

Hier findest du nochmal den Link zum Buch.


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